Elektrofahrrad

Ein Elektrofahrrad stellt vom Prinzip her ein gewöhnliches Fahrrad dar, allerdings ist hier ein kleiner Elektromotor verbaut, der die Tretleistung vom Fahrer unterstützt. Dadurch können auch lange Strecken problemlos bewältigt werden, ohne dabei komplett außer Atem zu geraten. Durch Motorunterstützung stellen Steigungen oder ein heftiger Gegenwind den Fahrer vor keine großen Anforderungen.

Von der Optik her gesehen, ist ein Elektrofahrrad nur bei genauem Hinsehen von einem gewöhnlichen Modell zu unterscheiden. Egal ob es sich um ein Mountainbike, Trekkingbike, Damen- oder Herrenfahrrad handelt, ein passende Elektroantrieb ist mittlerweile für sämtliche Varianten möglich. Selbst kompakte Klappräder lassen sich heute mit modernen Motoren ausstatten.

Das Fahren mit einem Elektrofahrrad macht großen Spaß, da ein vorwärtskommen keine schweißtreibende Angelegenheit ist und der Elektromotor einen Großteil der Arbeit übernimmt. Seit den 90er Jahren gibt es die ersten Modelle auf den Markt, die mittlerweile eine große Nachfrage besitzen. Mittlerweile bieten mehr und mehr Hersteller Fahrräder mit einem Hilfsmotor an. Unterschieden wird dabei zwischen einfachen Modellen, welche häufig zu Preisen im dreistelligen Bereich angeboten werden. Elektrofahrräder in Profiqualität und einer sehr aufwändigen Technik sind dagegen erst im vierstelligen Eurobereich zu bekommen.

Bei einem Elektrofahrrad gibt es drei unterschiedliche Konzepte beim Antrieb. Neben einem Front- und Mittelmotor, gibt es noch die Variante vom Heckmotor. Beim Frontmotor befindet dieser sich an der Vordernarbe und agiert mit der verbauten Gangschaltung und der Rücktrittsbremse. Dies hat allerdings den Nachteil, wenn der Untergrund rutschtig oder nass ist, kann es schon mal zu Problemen mit der Traktion kommen.

Ein Mittelmotor bietet eine sehr zentrale Gewichtsverteilung, was auf das jeweilige Fahrverhalten kaum Einfluss hat. Durch die optimale Verteilung verändert sich der Schwerpunkt vom Elektrofahrrad fast nicht. Diese Motorart kann mit gängigen Schaltungen kombiniert werden und garantiert für den Fahrer ein überaus sicheres Fahrgefühl.

Beim Heckmotor ist dieser an der Hinterradnarbe verbaut, wobei eine direkte Übertragung der Kraft stattfindet. Allerdings kann es beim Elektrofahrrad zu einem instabilen Verhalten kommen, besonders wenn dazu noch der Akku an der hinteren Seite vom Fahrrad verbaut ist. Da diese Art der Motoren mit einer Kettenschaltung verbunden wird, gibt es hier keine Rücktrittsbremse.

Bei jedem Elektrofahrrad ist ein Akku verbaut, der gespeichert Energie besitzt. Allerdings haben diese nur eine sehr begrenzte Reichweite. Die Werte die von den Herstellern dabei angegeben werden, stellen in der Praxis nur eine Orientierung dar und sind stark Abhängig vom Gelände, dem Bodenbelag und der jeweiligen Geschwindigkeit. Bei einer längeren Fahrradtour, muss daher die Kapazität vom Akku genau im Auge behalten werden. Wenn dieser leer ist, kann das Elektrofahrrad zwar noch weiter bewegt werden, allerdings gibt es keine Unterstützung vom Motor mehr.

Das Aufladen vom einem Akku kann an jeder gängigen Steckdose erfolgen. Die meisten Speichermodule lassen sich zudem schnell und einfach vom Fahrrad abmontieren und somit an das passende Ladegerät anschließen. Das komplette Aufladen von einem Akku kann allerdings einige Stunden in Anspruch nehmen. Da der Stromspeicher mit unterschiedlichen Materialien arbeitet, entsteht im Laufe der Zeit ein entsprechender Verschleiß. Dies hat zur Folge, dass nach etlichen hundert Ladezyklen einiges an Kapazität verloren geht. Außerdem sollte der Akku bei längerem Nichtgebrauch vom Fahrrad abmontiert und trocken gelagert werden. Ist ein Akku defekt und muss Ersetzt werden, kann dies einige hundert Euro kosten.

Im Alltag spielt vor allem das Gewicht von einem Elektrofahrrad eine Rolle, da es schon mal vorkommt, dass das Bike eine Treppe hoch oder auch runtergetragen werden muss. Ein Elektrofahrrad gilt dabei als Leichtgewicht, wenn es weniger wie 20 kg auf die Waage bringt. Ansonsten können Modelle schon mal locker 25 kg wiegen. Dies ist deutlich mehr als ein herkömmliches Fahrrad ohne elektrische Unterstützung. Dieses Kriterium sollte bei einem Kauf nicht unterschätzt werden.

Häufig wird ein Elektrofahrrad auch zum Transportieren von Gegenständen (zum Beispiel beim Einkaufen) genutzt. Hier ist es wichtig auf ein zulässiges Gesamtgewicht zu achten. Gängige Modelle haben eine Traglast von maximal 170 kg. Dies ist in den meisten Fällen ausreichend, um etwas bequem transportieren zu können.